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Compliance

ChatGPT Datenschutz Schweiz: Was KMU wissen müssen

Von Marina Nerandzic

6. März 2026

ChatGPT ist das bekannteste KI-Tool der Welt — und viele Schweizer KMU nutzen es bereits informell. Mitarbeitende kopieren Kundendaten, Vertragsklauseln oder interne Dokumente in ChatGPT, ohne sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen. Das ist ein Datenschutz-Risiko, das Sie kennen sollten.

Das Problem: Daten fliessen in die USA

Wenn Sie die reguläre ChatGPT-Version (chat.openai.com) nutzen, werden Ihre Eingaben auf OpenAI-Servern in den USA verarbeitet. Laut OpenAIs Nutzungsbedingungen können Ihre Inputs zum Training des Modells verwendet werden — es sei denn, Sie haben explizit widersprochen oder nutzen die API.

Für ein Schweizer KMU unter dem revDSG (Datenschutzgesetz) heisst das:

  • Personenbezogene Daten (Kundennamen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern) dürfen nicht ohne Rechtsgrundlage in die USA übertragen werden.
  • Besonders schützenswerte Daten (Gesundheit, Finanzen, Religion) sind absolut tabu.
  • Vertrauliche Geschäftsinformationen (Verträge, Finanzzahlen, Strategien) sollten nie in öffentliche KI-Tools eingegeben werden.

Alternativen für datenschutzbewusste KMU

  • Azure OpenAI (Switzerland North): Microsoft bietet GPT-4 auf Schweizer Servern an. Ihre Daten bleiben in der Schweiz und werden nicht für Training verwendet. Erfordert ein Azure-Abo.
  • Open-Source-Modelle (Llama, Mistral): Sprachmodelle, die Sie auf eigenen Servern betreiben. Volle Kontrolle, keine Datenabflüsse, aber höherer technischer Aufwand.
  • Swiss Hosted KI-Agenten: Massgeschneiderte Lösungen auf Schweizer Infrastruktur, die auf Ihre spezifischen Anforderungen zugeschnitten sind.

Sofort-Massnahmen für Ihr KMU

  1. KI-Policy einführen: Definieren Sie klar, welche Daten in welche Tools eingegeben werden dürfen. Eine einseitige Policy reicht für den Anfang.
  2. ChatGPT Enterprise oder Teams prüfen: Diese Versionen verarbeiten Daten nicht für Training. Für kleinere Teams kann das eine pragmatische Lösung sein.
  3. Sensible Workflows isolieren: Für Prozesse mit Kundendaten oder Verträgen eine dedizierte, Swiss Hosted KI-Lösung einsetzen.
  4. Mitarbeitende schulen: 30 Minuten reichen, um die wichtigsten Do's und Don'ts zu vermitteln.

Unser Ansatz: Souveräne KI

Wir nennen es «souveräne KI» — KI-Systeme, bei denen Sie die volle Kontrolle über Ihre Daten behalten. Swiss Hosted, Open Source wo möglich, Zero-Data-Retention bei der Verarbeitung. So nutzen Sie die Vorteile von KI, ohne Datenschutz-Kompromisse einzugehen.